Wärmedämmung verlangsamt den Wärmedurchgang. Dämmstoffe schließen dafür Luft in feinen Zellen ein, denn ruhende Luft leitet Wärme sehr schlecht. Im Winter bleibt die Heizwärme dadurch länger im Gebäude, im Sommer dringt weniger Hitze ein. Das Ergebnis: geringerer Energieverbrauch, gleichmäßigere Raumtemperaturen und wärmere Innenoberflächen.
Dämmstoff Grundwissen
Umgangssprachlich werden beide Begriffe gleichbedeutend verwendet. Fachlich unterscheiden sie sich: Dämmung reduziert die Übertragung von Wärme oder Schall. Isolierung meint das vollständige Trennen oder Abschirmen — etwa die elektrische Isolierung eines Kabels oder eine Abdichtung gegen Feuchtigkeit.
Im Bauwesen spricht man deshalb korrekt von Wärmedämmung, Schalldämmung und Trittschalldämmung. In der Haustechnik hat sich dagegen der Begriff Rohrisolierung eingebürgert, obwohl es bauphysikalisch ebenfalls eine Dämmung ist. Beide Bezeichnungen sind dort gängig und meinen dasselbe.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Wärmeleitfähigkeit Lambda (λ). Sie reicht bei gängigen Baudämmstoffen etwa von 0,022 bis 0,045 W/(m·K). Polyurethan (PU) erreicht die niedrigsten Werte und dämmt damit bei gleicher Dicke am besten, gefolgt von grauem EPS mit Infrarot-Absorbern, weißem EPS und Steinwolle.
Grobe Orientierung:
Polyurethan (PU)
0,022 – 0,027 W/(m·K)
Graues EPS (EPS plus)
0,030 – 0,032 W/(m·K)
Weißes EPS
0,035 – 0,040 W/(m·K)
Steinwolle
0,035 – 0,040 W/(m·K)
Polyethylen (PE)
0,035 – 0,045 W/(m·K)
Praktisch bedeutet ein niedriger Lambda-Wert vor allem eines: schlankere Bauteile bei gleicher Dämmwirkung. Wo Platz knapp ist — bei Innendämmung, Aufdachdämmung oder in der Haustechnik — ist das ein echter Vorteil. Wo Platz vorhanden ist, kann eine dickere Schicht eines günstigeren Materials dasselbe leisten.
Lambda allein entscheidet aber nicht über die Materialwahl. Brandverhalten, Druckfestigkeit, Feuchteverhalten und Schallschutz sind je nach Bauteil ebenso wichtig.
100 % Dämmung“ ist kein bauphysikalischer Fachbegriff und hat je nach Zusammenhang zwei verschiedene Bedeutungen. Im Hochbau meint die Formulierung umgangssprachlich eine lückenlose, vollflächige Dämmung ohne Wärmebrücken. In der Haustechnik ist sie dagegen eine präzise Vorgabe: Dort bedeutet 100 % Rohrisolierung, dass die Dämmschichtdicke dem Außendurchmesser des Rohrs entspricht.
Die Druckspannung gibt an, welche Last ein Dämmstoff pro Fläche aufnimmt, ohne zu stark zusammengedrückt zu werden. Gemessen wird sie nach EN 826 bei 10 % Stauchung, angegeben in Kilopascal (kPa). Dämmstoffe brechen nicht, sie stauchen sich. Deshalb definiert die Norm einen Verformungsgrad statt einer Bruchlast.
Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteil fließt, wenn zwischen innen und außen 1 Kelvin Temperaturunterschied besteht. Einheit: W/(m²·K). Je kleiner der Wert, desto weniger Wärme geht durch das Bauteil. Der U-Wert beschreibt das ganze Bauteil, die Wärmeleitfähigkeit λ nur das Material. Erst Schichtaufbau und Dicke ergeben den U-Wert.



