Sanierungsrate verdoppeln

Sanierungsrate verdoppeln

Österreichs Sanierungsrate liegt bei 1,5 %. Eine neue Studie rechnet vor, was eine Verdoppelung bis 2040 bringen würde. Gleichzeitig liegt ein Vorschlag am Tisch, wie sich die Sanierung öffentlicher Gebäude rasch finanzieren ließe.

Was bringt eine Sanierungsrate von 3 %?

Das Institut für Österreichs Wirtschaft (iföw) hat im Auftrag der Initiative PRO BAUEN & SANIEREN die Bedeutung der Bauwirtschaft berechnet. Ein Szenario darin: Die Sanierungsrate steigt bis 2040 von 1,5 auf 3 %. Laut Studie ergibt das rund 124 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung und 130.500 Arbeitsplätze. Die Studie nennt die Verdoppelung als einen von drei Hebeln für die Branche. Die anderen beiden sind mehr Wohnungsneubau und verlässliche Rahmenbedingungen bei Mietrecht, Förderungen und Bürokratie.

Wo zeigt sich der Rückstand besonders deutlich?

Das  Momentum Institut berichtet, dass über die Hälfte der öffentlichen Gebäude bei Energieeffizienzklasse C oder schlechter liegt. Der Sommer 2026 hat laut Momentum gezeigt, was das im Alltag bedeutet: Spitäler, Schulen, Kindergärten und Pflegeheime waren auf Hitzewellen schlecht vorbereitet.

Wie ließe sich die Sanierung finanzieren?

Die EU-Kommission hat eine neue Ausnahmeklausel eingeführt. Von 2026 bis 2028 dürfen Mitgliedstaaten für Investitionen in die Energiesicherheit zusätzliche Defizite machen, insgesamt 0,6 % der Wirtschaftsleistung. Das Momentum Institut empfiehlt der Bundesregierung, diesen Spielraum zu nutzen.
Der Vorschlag: ein Konjunkturpaket von 3,36 Mrd. Euro für die thermische Sanierung öffentlicher Gebäude.

Nach Berechnung des Instituts würde das Paket

  • 1.600 Kindergärten und 1.300 Schulen umfassend sanieren
  • die CO2 Bilanz des Gebäudesektors um 5,1 % senken
  • kurzfristig 4 Mrd. Euro Wertschöpfung bringen
  • rund 35.000 Arbeitsplätze sichern

Warum gerade jetzt?

Der Bau steckt seit Jahren im Abwärtstrend. Laut iföw-Studie ist die Branche von 2022 bis 2025 vier Jahre in Folge geschrumpft. Das Konjunkturradar der Wirtschaftskammer Österreich zeigt für das zweite Quartal 2026 ein weiteres Minus von 0,1 %. Ein Sanierungspaket würde also in eine Branche investieren, die derzeit schrumpft.

Quelle: https://waermedaemmsysteme.at/news/konjunktur-radar-september-2026/

Was heißt das für uns?

Thermische Sanierung beginnt bei der Gebäudehülle: Fassade, Dach, Keller. Für diese Bereiche produzieren wir in Erpfendorf Dämmstoffe. Verarbeitet werden sie von Fachbetrieben vor Ort. Aus unserer Sicht zählt vor allem Planbarkeit. Wer ein Gebäude saniert, plant Jahre voraus. Förderungen und Rahmenbedingungen müssen das auch tun.

Quellen:
Momentum Institut, zitiert nach ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme, „EU-Hitzeschutzpaket: 3,4 Milliarden Euro für Sanierung“, 07.10.2026 · iföw-Studie im Auftrag von PROBAUEN& SANIEREN, zitiert nach ARGE Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme, 07.10.2026 · WKO-Konjunkturradar September 2026