Dämmwirkung – Wärmeleitfähigkeit

Die Dämmwirkung wird mit der Wärmeleitfähigkeit λ beschrieben  W/(K⋅m). Je geringer die Wärmeleitfähigkeit eines Materials, desto besser ist die Dämmwir­kung.

 

Die 5 bekanntesten Dämmstoffe

PU (Polyurethan-Hartschaum)

Polyurethan-Hartschaum ist ein geschlossenzelliger Dämmstoff, der in Form von Dämmplatten im Hochbau eingesetzt wird. Auf PU als Dämmstoff wird gerne für schlanke und effiziente Aufbauten z.B. am Steildach zurückgegriffen.
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Eigenschaften PU:

 

  • hervorragende Dämmeigenschaften: hilft somit Material, Aufbauhöhe und Kosten einzusparen
  • die Dämmplatten weisen bei gleicher Materialdicke eine deutlich bessere Dämmwirkung auf
  • ausgezeichnete Belastbarkeit und Stabilität durch sehr hohe Druckfestigkeit bei relativ geringer Rohdichte
  • flexible Anwendungsbereiche

Anwendung PU:

  • Aufdachdämmung
  • Steildachdämmung
  • Flachdämmung
  • Fußbodendämmung
  • Dämmung Geschoßdecke

 

Polyurethan-Dämmung: Mehr Wohnfläche durch schlankere Konstruktionen am Dach

Wohnraum ist knapp. Angesichts steigender Preise und vor allem des Wohnungsbedarfs in Städten, stellt sich zunachst die Frage des Dachausbaus – ganz egal ob jetzt oder später. Wenn Bebauungsplan und Raumhöhe es zulassen, kann hier wertvoller zusätzlicher Wohnraum entstehen und bestmöglich genutzt werden.

Beispiel Steildachdämmung:

Beispiel für den Zugewinn von Wohnfläche durch eine geringere Dachaufbauhöhe mit PU-Dämmung:

EPS (Expandiertes Polystyrol) - Styropor

Produkte aus EPS (expandierter Polystyrol-Hartschaum) sind bekannt als kompakter Dämmstoff mit geschlossenzelliger, luftgefüllter Struktur , welche es in weiß, grau und türkisgrün gibt. Landläufig ist EPS unter dem Begriff "Styropor" bekannt.
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Der expandierte Polystyrol Hartschaum (EPS) besteht aus 98% Luft und hat somit hervorragende Dämmeigenschaften. Zudem ist der Dämmstoff feuchtigkeitsbeständig, verrotet nicht und ist wirtschaftlich unschlagbar.

Mittels Wasserdampf wird das Polystyrolgranulat auf die gewünschte Rohdichte vorgeschäumt und anschließend zu kompakten Blöcken verschweißt, die mittels Heißdraht in Dämmplatten unterschiedlicher Formate und Dicken geschnitten werden. Die türkisgrünen, wasserunempfindlichen  Automatenplatten, bestehend aus einem hydrophobierten Spezialrohstoff und werden Stück für Stück in einer Form hergestellt.

 

 

Weißes EPS

 

 

Graues EPS

Das graue EPS (mit Infrarotreflektoren) weißt im Vergleich zu weißem EPS eine um bis 25% bessere Dämmeigenschaft auf.

 

 

Türkisgrünes EPS

Türkisgrüne EPS-Automatendammplatten werden in feuchtebelasteten Bereichen eingesetzt (Sockel, Perimeter, Umkehrdach).

 

 

 

Eigenschaften EPS:

  • ausgezeichneter Wärmedämmwert
  • hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • vielseitig einsetzbar

 

Anwendung EPS:

  • Wärme-/Trittschalldämmung
  • Fassadendämmung / WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
  • Flachdachdämmung
  • Perimeterdämmung / Sockel

XPS (Extrudiertes Polystyrol)

Wie der Name schon zu erkennen gibt, ist XPS eine weitere Form Polystyrol-Dämmstoff. Anders als bei EPS wird XPS in einem Extrusionsverfahren hergestellt. gehört extrudiertes Polystyrol, kurz XPS , zu den Polystyrol-Dämmstoffen. Anders als beim EPS wird beim XPS aus dem Kunststoffgranulat eine Hartschaumplatte gebildet. Häufig wird auch der rechtlich geschützte Name , „Styrodur“ , zur Bezeichnung von XPS verwendet.
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XPS (Polystyrol-Extruderschaumstoff) ist ein geschlossenzelliger, harter Dämmstoff aus Polystyrol. Das Polystyrol-Granulat wird unter Zusatz des Treibmittels Kohlendioxid zu Blöcken in einem Extruder aufgeschäumt. Durch die Extrusion wird eine Vielzahl kleiner geschlossener Zellen erzeugt, die für eine hohe mechanische Belastbarkeit und eine hohe Unempfindlichkeit gegen Feuchtigkeit sorgen.

Eigenschaften XPS:

    • hervorragende Dämmeigenschaften
    • hohe Druckfestigkeit
    • hohe Feuchtigkeitsbeständigkeit

 

Anwendung XPS:

    • Sockel- und Perimeterdämmung
    • Umkehrdachdämmung

Mineralwolle

Dämmstoffe aus Mineralfasern (Glas- und Steinwolle) sind relative ähnliche Produkte, die auch unter dem Begriff Mineralwolle bekannt sind. Als Mineralfaser- oder Mineralwolle-Dämmstoffen zählen Stein- und Glaswolle.
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Glaswolle besteht zu 70% aus Altglas, Kalk, Sand und Soda – Steinwolle hingegen wird aus Basalt, Dolomit oder Diabas hergestellt.
Unter Zugabe von Binde- und Imprägniermittel werden die Fasern bei hoher Temperatur eingeschmolzen und im Anschluss zerfasert – die Fasern werden zu einem Vlies gesammelt, verdichtet und ausgehärtet.
Das Endprodukt, die Mineralfaserdämmplatten, sind entweder formbar und weich oder als feste gepresste Platten erhältlich.

Eigenschaften:

  • sehr gute Dämmeigenschaft
  • Schallschutz
  • gute Brandschutzeigenschaften

 

Anwendung:

  • Dämmung oberste Geschoßdecke
  • Flachdach
  • WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
  • Fassadendämmung
  • Trittschalldämmung
  • Steildachdämmung

 

Holzfaser

Holfaserplatten werden bis zu 96% aus Resthölzern der Sägeindustrie, Tannen- oder Kiefernholz, erzeugt. Das Holz wird zu Hackschnitzel zerkleinert, thermisch und mechanisch zu feinen Holzfasern aufgeschlossen.
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Zur Anwendung kommen die Holzfasern als Dämmplatten oder Einblasdämmstoff – Grundsubstanz dafür sind weiche Holzfasern von Fichten oder Tannen, sowie Resthölzer der Sägeindustrie. Sie werden mechanisch-thermisch zerfasert und durch Zugabe von Wasser zu einem Brei vermengt.
Polyurethan- Klebstoffe (PUR-Harze) dienen oftmals als Bindemittel. Je nach Verwendung und Anforderung werden “Härtungsmittel” wie Zement oder Magnesit sowie Hydrophobierungsmittel wie Baumharz oder Bitumen (zur Verbesserung der Feuchtebeständigkeit) hinzugegeben.

Holzfaserdämmplatten können im Innen- und Außenbereich verwendet werden (Wand, Boden, Decken und Dachausbau. Auch für Zwischensparren – und Untersparrendämmung sind Holzfaserdämmplatten geeignet!

Eigenschaften:

  • hohe Wärmekapazität
  • ausgeprägter Schallschutz
  • wasserdampfdurchlässig

 

Anwendung:

  • Dämmung oberste Geschoßdecke
  • Flachdach-/ Steildachdämmung
  • WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
  • Fassadendämmung
  • Trittschalldämmung

Dämmstoffe: Was ist zu beachten?

Dämmstoffart

Es gibt für jedes Gebäude bzw. jeden Anwendungsfall einen passenden Dämmstoff. Grundsätzlich kann zwischen mineralischen Dämmstoffen und organischen Dämmstoffen aus  nachwach­senden oder fossilen Rohstoffen unterschieden werden.

Mineralische Dämmstoffe
Mineralische (anorganische) Dämmstoffe verwenden Ausgangsstoffe wie Stein, Sand, Kalk und Mineralien.

Platten, Matten: Kalzium-Silikat, Glaswolle, Perlit, Steinwolle

Schäume: Beton, Gips, Glas, Perlit

Einblasprodukte: Glaswolle, Steinwolle
Schüttungen, Stopfmassen: Blähton, Glaswolle, Perlit, Steinwolle

Organische Dämmstoffe
Organische Dämmstoffe können wiederum in Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und Dämmstoffe aus fossilen (synthetischen) Dämmstoffen gegliedert werden.

  • aus nachwachsenden Rohstoffen*):

Platten, Matten: Baumwolle, Flachs, Hanf, Holzweichfaserplatte, Holzwolle-Leichtbauplatte, Kokos, Kork, Polyester, Schafwolle, Zellulose

Einblasprodukte: Baumwolle, Flachs, Hanf, Holz (Wolle, Späne), Zellulose

Schüttungen, Stopfmassen: Baumwolle, Flachs, Hanf, Holzwolle, Hobelspäne, Jute, Kokos, Kork, Schafwolle, Zellulose

*) Dämmstoffe aus einem nachwachsenden Ausgangsstoff z.B. Holzfasern benötigen einen Klebstoff, damit sie zusammenhalten  – dieser Klebstoff ist Polyurethan! Auch Hanfplatten werden mit einem Kunststoff gebunden, nämlich Polyesterfasern.

  • aus fossilen (synthetischen) Rohstoffen:

Hartschaumplatten: Melaminharz, Phenolharz, Polystyrol, Polyurethan

Ortschäume: Harnstoff-Formaldehyd (UF), Polyurethan

Wärmeleitfähigkeit

Das wichtigste Kriterium für die Leistungsfähigkeit eines Dämmstoffes ist seine Wärmeleitfähigkeit, die möglichst gering sein sollte.

Die Dämmstoffe müssen eine Wärmeleitfähigkeit unter 0,1 W/(K⋅m) afuweisen.

Der Wärmestrom wird durch die Wärmeleitfähigkeit λ angegeben, der bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (K) durch eine 1 m dicke und 1 m² große Schicht eines Stoffs geht. Die Einheit der Wärmeleitfähigkeit ist W/(mK). Je kleiner der Lamdawert ( λ ) ist, desto besser ist das Dämmvermögen eines Baustoffes.

Die verschiedenen Dämmstoffe werden in Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) unterteilt. Eine WLG von 040 bedeutet beispielsweise , dass der Dämmstoff eine Wärmeleitfähigkeit von λ=0,04 W/ (K⋅m) aufweist. Heute sind am Bau WLG 040 und WLG 035 üblich (letztere sind teurer, benötigen aber we­niger Dämmstoff für den gleichen Zweck).

Von den folgenden Faktoren ist die Wärmeleitfähigkeit eines Stoffes im Wesentlichen abhängig:

  • Wärmeleitfähigkeit des Basismaterials
  • Struktur der festen Bestandteile (kristallig, glasig, faserig)
  • Art und dem Druck der Gasfüllung in den Poren
  • Art, Größe und Anordnung der Zellen oder Poren
  • Feuchtigkeitsgehalt
  • Rohdichte
  • Temperatur

Sommerlicher Wärmeschutz / Kälteschutz

Sommerlicher Wärmeschutz

Beim Dämmen denken viele in erster Linie daran, die Wärme und die Energie im Haus zu halten. Doch im Sommer ist es genauso wichtig, sich vor Wärme und Hitze im Haus zu schützen.

Unser Klima wird immer extremer, die Temperaturschwankungen immer größer. Dabei benötigt man für das Kühlen von Räumen dreimal so viel Energie wie für das Erwärmen. Und auch wenn die Verhältnisse bei uns (noch) nicht ganz so extrem sind wie in den Vereinigten Staaten, wo in den meisten Haushalten bei hohen Außentemperaturen kühlende Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, sollten auch wir in Österreich und Europa angesichts der Klimaerwärmung dringend dieses Problem angehen.

 

 

Wärmeschutz / Kälteschutz

Behaglichkeit & Wohnklima

Damit sich ein Mensch rundum wohl und geborgen fühlt, muss seine Körpertemperatur möglichst konstant bleiben. Das regelt primär unsere Haut, aber auch die Kleidung kann uns vor klimatischen Störeinflüssen schützen. Um aber auch innerhalb des Hauses diese „Behaglichkeit“ zu spüren, müssen die Raumlufttemperatur und die inneren Oberflächentemperaturen der Außenwände in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen, was durch die sogenannte „Behaglichkeitskurve“ gekennzeichnet wird.

Bei zu niedriger Innenwand-Oberflächentemperatur friert man, auch wenn die Raumtemperatur optimal ist. Behaglichkeit kann so nur durch eine Erhöhung der Raumlufttemperatur erreicht werden, was aber auch einen überdurchschnittlich hohen Heizenergieaufwand zur Folge hätte.

 

 

Bei gut wärmegedämmten Wänden kann man die Raumlufttemperatur hingegen absenken.
UND: je geringer der Unterschied zwischen Raumlufttemperatur und Innenoberfläche der Außenwände, desto geringer ist auch die Bewegung der Raumluft.
Was bedeutet, dass keine Zuglufterscheinungen mehr auftreten und die Bewohner die Wohnatmosphäre als angenehm empfinden. Durch den geeigneten baulichen Wärmeschutz wird also der Wärmeaustausch zwischen Räumen und der Außenluft bzw. zwischen Räumen mit unterschiedlichen Temperaturen auf ein wirtschaftliches und wohnhygienisch akzeptables Minimum verringert. Und man fühlt sich wieder wohl in seiner Haut.

 

 

Wasserunempfindlichkeit (Hydrophobie)

Die Wasserunempfindlichkeit ist ein wichtiges Kriterium für einen Dämmstoff.

Durch eine Hydrophobierung wird ein Dämmstoff so imprägniert, dass dieser eine wasserabweisende Wirkung erzielt. Dadurch  wird das Wasser nicht mehr angezogen sondern abgestoßen (Lotuseffekt).

Eines der wichtigsten Ziele beim Bau ist es, trockene Wohnräume zu bekommen. Feuchtigkeit an Wänden und Decken führen zu Schimmel und Pilzbefall. Dieser sieht nicht nur unschön aus, sondern schadet aufgrund  der Sporen auch der Gesundheit und kann zu Allergieerkrankungen führen.  Desto feuchter das Mauerwerk ist, umso höher ist der Heizenergieaufwand um eine angenehme Temperatur in den Wohnräumen zu erreichen. Durch den Regen  kann auch die Wasseraufnahme über die Fassade zu einer hohen Durchfeuchtung führen.  Deshalb sollte man bereits beim Entwurf und der Errichtung der Bauten – und natürlich auch bei deren Benutzung – darauf achten, keine Feuchtigkeit entstehen zu lassen. Eine lange andauernde Durchfeuchtung kann nämlich auch die Lebensdauer verschiedener Baustoffe verkürzen.



Bei der Perimeterdämmung ist der Dämmstoff hoher Feuchte- und Druckbeanspruchung ausgesetzt. Dadurch muss darauf geachtet werden, dass dieser auch wasser-und verrotungsfest ist.

 

Druckfestigkeit und Formstabilität

Grundsätzlich wird zwischen Druckspannung und Druckfestigkeit unterschieden. Bei der Druckfestigkeit wird die Kraft angegeben, bei welcher ein Dämmstoff anfängt zusammenzubrechen. Es ist also zu beachten welchem Druck ein Dämmstoff standhalten kann. Um die Druckspannung bestimmen zu können wird im Allgemeinen eine Stauchung von 10% auf die dafür notwendige Druckkraft bezogen.

Neben dem Verformungsverhalten eines Dämmstoffs unter Belastung und Temperatureinfluss ist auch die reine Formbeständigkeit ohne Belastung bedeutsam.

Die Herstellung von Wärmedämmung ist die Kunst, viel Luft in wenig Materie zu verpacken. Wenn der Dämmstoff Druck gegenüber instabil ist, verdichtet er sich infolge der statischen Belastung und verändert dadurch auch seine Dämmeigenschaften.

Die Druckfestigkeit von EPS (Styropor) bspw. wird daher ebenfalls zu einem wichtigen Kriterium bei tragenden Konstruktionen und ist  für die Erhaltung der Dämmleistung von Bedeutung. Darüber hinaus hat EPS in einem Dämmsystem oftmals eine tragende Funktion.

Schall- und Brandschutz

Schallschutz
Der Schallschutz hat zum Ziel, dass störender Lärm, der bei längerer Einwirkungsdauer gesundheitliche Schäden verursachen kann, auf ein Minimum zu reduzieren.

Was ist Schall?
Unter Schall versteht man Druckschwankungen in der Luft. Diese sind nur klein und breiten sich, im Vergleich zum Luftdruck, in alle Richtungen aus. Unter Schall versteht man mechanische Schwingungen mit Frequenzen im Hörbereich des menschlichen Ohres (etwa 16 Hz bis 20 000 Hz).

Im Bauwesen unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten von Schall:

  • Körperschall – entsteht durch Bewegungen von Maschinen oder Menschen und wird über die Wände oder den Boden übertragen (bspw. Gehen, Klopfen, Bohren, Abfließen von  Wasser in Rohrleitungen etc.
  • Luftschall – entsteht durch Menschen oder Maschinen und wird über die Luft übertragen (bspw. Musik, Sprache, Lärm von Maschinen etc.

Ursachen der Lärmbelastung:
Das Gebäude hat die Aufgabe, den Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen zu bewahren. Ein zunehmend wichtigerer Aspekt ist dabei der Schutz vor Lärmbelastungen.

Die Belästigung durch Lärm ist eine wachsenden Umweltbeeinträchtigung geworden. Unter den störenden Alltagsgeräuschen belegt der Straßenlärm den ersten Platz, dahinter kommen Flugverkehrslärm, Lärm durch Nachbarn, durch Industrie und Gewerbe. Lärm kann zu einer Störung des Wohlbefindens sowie zu Gesundheitsschädigungen führen.

Zweck des Schallschutzes
Das Ziel des Schallschutzes ist es, den Menschen vor genau diesen Lärmbelastungen zu schützen. Dabei bekommt der Schallschutz im Wohnungsbau eine besondere Bedeutung.

Den Erfordernissen des Schallschutzes muss schon bei der Planung Rechnung getragen werden (der Schallschutz wird im Gegensatz zum Wärmeschutz oft vernachlässigt), da schallschutztechnische Maßnahmen bei Gebäuden nachträglich fast nicht mehr eingebaut werden können (außer z. B. Vorsatzschalen) bzw. dies mit sehr großem Aufwand verbunden ist. In diesem Zusammenhang muss das gesamte Bauteil bzw. Systemaufbau betrachtet werden. Die Luftschalldämmung eines Bauteiles ist umso besser, je schwerer und massiver der Bauteil ist, d.h. je höher die Dichte eines Bauteils, desto besser das bewertete Schalldämmmaß. Darüber hinaus sind Biegeweichheit und Schallabsorbtionsvermögen entscheidende Einflussgrößen. Durch entsprechende konstruktive Maßnahmen und fachlich richtige Ausführung der Bauteile können mit den gängigen Dämmstoffen wie bsp. Polyurethan praktisch alle erforderlichen Schalldämm-Maße, auch für Gebiete mit hohem Außenlärmpegel, wie neben stark befahrenen Straßen, erreicht werden.

Brandschutz
Bauteile von Gebäuden bestehen aus vielen verschiedenen Baustoffen. Je nach ihrer Gebäudeklasse haben sie bestimmte Anforderungen an den Brandschutz zu erfüllen. Zertifizierte Prüfstellen prüfen die Baustoffe auf ihre technischen Eigenschaften.

Brandverhalten von Bauprodukten
Hinsichtlich des
Brandverhaltens für Bauprodukte gelten in Österreich seit Mai 2010  nur mehr Nachweise, deren Basis die ÖN EN 13501-1 ist.

Künftig dürfen nur mehr Bauprodukte bzw. Bauteile verwendet und eingebaut werden, deren Brandverhalten bzw. Feuerwiderstand mittels eines (europäischen) Klassifizierungsberichtes nachgewiesen oder nach Eurocode berechnet wurden. Wie bisher können die, in den Landesbauordnungen bzw. in den OIB-Richtlinien, festgelegten brandschutztechnischen Anforderungen mit geprüften Systemlösungen problemlos erfüllt werden. Die erforderlichen Systemlösungen für brandhemmende, hochbrandhemmende bzw. brandbeständige Bauteile wurden in zahlreichen Prüfungen den entsprechenden Feuerwiderstandsklassen zugeordnet.

Brandverhalten von Bauteilen
Der Feuerwiderstand wird  an der Gesamtkonstruktion (z. B. am Dach in Verbindung mit allen Schichten, wie Sparren, Dämmstoff und Schalung oder Gipskartonplatten) ermittelt, nicht nur am einzelnen Baustoff (z. B. Dämmstoff). Je nach Konstruktion ergeben sich entsprechende feuerwiderstandsfähige Bauteile.

Die OIB-Richtlinie 2 (Erfordernisse des Brandschutzes) ist  zu beachten und einzuhalten, ebenso die Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnungen bzw. die Stellungnahmen zum jeweiligen Bauvorhaben der Landesstellen für Brandverhütung.

Ein Brand wie jener beim Grenfell Tower in London im Juli 2017 kann in Österreich nicht passieren. Hierzulande gibt es sehr strenge Brandschutzvorschriften an Dachkonstruktionen und vorgehängte Fassaden (egal ob hinterlüftet, belüftet oder nicht hinterlüftet). Als Grundvoraussetzung müssen das Gesamtsystem oder die Einzelkomponenten die Anforderungen an das Brandverhalten erfüllen (bsp. Fassaden bei Hochhäusern: „nichtbrennbar“ bzw. Klasse A2 gemäß EN 13501-1).

Gewicht, einfache Handhabung und Verarbeitung

Bei der Auswahl des Dämmstoffes ist auch das Gewicht, die einfache Handhabung und Verarbeitung des Dämmstoffes zu beachten.

Dämmstoffe sind Baustoffe, die aufgrund vieler Hohlräume ein großes Volumen bei geringem Gewicht aufweisen.  Die Luft, die zum Teil eingeschlossene ist, ist im Vergleich zu Festkörpern ein schlechter Wärmleiter und schafft somit eine wärmedämmende Wirkung.

Styropor-Dämmplatten bestehen bspw. aus ca. 98% Luft, sind günstig und relativ einfach zu verarbeiten, sie können direkt auf die Wand geklebt oder mit Dübeln befestigt werden. Jedoch können Fehler bei der Montage die Wirkungsweise des Dämmstoffes beeinträchtigen und die Haltbarkeit verringern. Das gilt vor allem bei der Anwendung im Innenbereich. Bei Sanierungsmaßnahme kann der Energieberater diese so gestalten, dass diese sich finanziell und energetisch möglichst schnell amortisiert.

 

Mineralwolle in Form von Bahnen, Platten, Filze oder Stopfwolle können auch relativ leicht selbst eingebaut werden. Allerdings können bei der Verarbeitung Fasern freigesetzt werden, welche die Haut und Augen sowie die Atemwege reizen können. Daher ist zu empfehlen, locker sitzende, geschlossene Arbeitskleidung sowie Arbeitshandschuhe zu tragen und häufig zu lüften. Die Produkte müssen jedoch alle das RAL-Gütezeichen Mineralwolle tragen und sind somit gesundheitlich unbedenklich.

Einige Platten wie z.B: Strohplatten weisen ein hohes Eigengewicht auf uns sind daher im Hausbau-Sektor kaum zu finden.

 

 

Langlebigkeit und Ökobilanz

 

Ökologie
Über das Dach, die Fassade und den Keller eines unzureichend oder gar nicht gedämmten Hauses geht viel Energie verloren – ein teures Vergnügen für Geldbeutel und Umwelt. Nachhaltige Wärmedämmung macht sich hier schnell und vor allem langfristig bezahlt. Das Energiesparpotenzial, ausgelöst durch den Einsatz von Dämmstoffen am Gebäude, beträgt ein Vielfaches der Auswirkungen durch die Produktion. Das zeigen auch die für Polyurethan und Polystyrol einschlägigen Umwelt-Produktdeklarationen. Beispielsweise wird bei der thermischen Sanierung eines 70er Jahre Hauses die gesamte Primärenergie für die Herstellung von EPS-Dämmstoffen innerhalb von 2 bis 4 Monaten ausgeglichen. Das bedeutet, dass sich der Primärenergieeinsatz bis zu 200-fach über die Lebensdauer betrachtet amortisiert.

Der Primärenergiebedarf
In Hinblick auf die Nachhaltigkeit einer Dämmung sollte nicht nur die künftige Energieeinsparung beachtet werden sondern auch der  Primärenergiebedarf sollte in Augenschein genommen werden. Der Primärenergiebedarf beschreibt wie viel Energie und Ressourcen für die Produktion eines Dämmstoffes eingesetzt wird.

Der energetische Nutzen von Dämmstoffen überwiegt bei weitem…

Alle Wärmdämmstoffe sparen über ihre ganze Lebensdauer betrachtet deutlich mehr Energie, als ihre Herstel­lung benötigt. Der höhere Energieverbrauch, welcher durch ein ungedämmtes Gebäude entsteht, belastet die Umwelt stärker als die Herstellung der Dämmstoffe.  Die Umweltbelastungen bei der Herstellung der Dämmstoff sollte jedoch so gering wie möglich gehalten werden. Weiters  ist es wichtig ein Verfahren zur Rückgewinnung und Wiederverwertung der Rohstoffe zu entwickeln und  Schadstoffe in den Produktion zu vermeiden.

Wenn’s um Nachhaltigkeit geht, kommen Kunststoffe wie Polystyrol (besser unter dem Namen Styropor bekannt) in den Medien oder der Öffentlichkeit schlecht weg. Doch die weit verbreitete Meinung ist schlichtweg falsch, übrigens auch im Hinblick auf scheinbar ökologische Produkte. Zeit für ein paar (auf)klärende Fakten.

Eine österreichische Tageszeitung berichte, dass Plastik-Obstsackerl die beste Umweltbilanz hätten, da sie auch thermisch verwertet werden könnten.  Bei den vielgepriesenen Papier-Tragetaschen hingegen, sei der Öko-Fußabdruck ein Zehnfaches größer, da sie chemisch verstärkt werden müssen um haltbar zu bleiben! Viele wissen nicht, dass auch die sogenannten ökologischen Dämmstoffe aus Holz, Zellulose oder Hanf nicht nur aus ihrem natürlichen Grundstoff bestehen – Holzfasern zum Beispiel brauchen einen Klebstoff, damit sie zusammenhalten – dieser Klebstoff ist Polyurethan! Auch Hanfplatten werden mit einem Kunststoff gebunden, nämlich Polyesterfasern. Und Dämmstoffe aus Kunststoff gelten allgemein als unökologisch, da sie aus Erdöl hergestellt werden. Deren geringer Rohstoffeinsatz von 2% (die restlichen 98% sind Luft!), das fast 100%ige Recycling und die lange Lebensdauer sparen ein Vielfaches des Energieträgers, der zur Herstellung eingesetzt wird. Bei ökologischen Dämmstoffe bedarf es einer größeren Rohstoffmenge, um die gleiche Wirkung wie mit synthetischen Dämmstoffen zu erzielen. Heißt: 10 cm Styropor haben einen besseren Dämmwert als 10 cm Hanf.

Fazit: Wie auch die Auswertung der aktuellen Umwelt-Produktdeklarationen (EPD) zeigt, hat Styropor hat eine hervorragende Ökobilanz.

Sind Dämmstoffe recyclebar?
Da Dämmstoffe kein Ablaufdatum haben, können sie bei einem Haus durchaus 70 Jahre oder noch länger (je nach Rohstoff) genutzt werden.  Es besteht auch die Möglichkeit gut erhaltene Dämmplatten nach einem Ausbau wiederzuverwenden (System Aufdoppelung). Das Fraunhofer Institut hat das sogenannte CreaSolv®-Verfahren entwickelt um EPS-Dämmstoffe wieder zu verwerten – aufgrund seiner spezifischen Löslichkeit wird mit diesem Verfahren das Polymer Polystyrol in hoher Reinheit wiedergewonnen.

Das ökologisch sinnvollste Verfahren für die Entsorgung von verschmutztem Dämmstoff-Abfall ( z. B. Abbruchmaterial aus einem Gebäudeabriss,…) ist die Verwertung in modernen Müllverbrennungsanlagen (Rauchgaswäsche) mit gleichzeitiger Energieerzeugung. Der Dämmstoff wird dabe wie Heizöl zur Energieerzeugung verwendet, das heißt beim Energierecycling wird der Heizwert des Dämmstoffes genutzt.

Langlebigkeit Dämmstoffe
Alle Materialien altern grundsätzlich. Im Extremtest wies die Biegefestigkeit von EPS bezüglich dieses Indikators keine messbaren Veränderungen auf. Das zeigt einmal mehr, dass EPS-Dämmstoffe ihre mechanische Leistung im System auch nach über 35 Jahren voll erfüllen und mit hoher Sicherheit weiter erfüllen werden.

 

Qualitätssiegel

Umweltzeichen

Kriterien für Dämmstoffe mit dem Umweltzeichen:

Aus fossilen Rohstoffen:
Keine halogenierten Treibmittel (HFKW, HFCKW, FKW oder FCKW).
Verbot bzw. starke Beschränkungen für giftige, Krebs erzeugende, erbgutverändernde, fortpflanzungsgefährdende oder umweltgefährliche Chemikalien.

Aus mineralischen Rohstoffen:
Starke Beschränkung für Krebs erzeugende und wassergefährdende Stoffgruppen oder Stoffgemische.
Kein Einsatz von Kunststoffen und Heizöl zum Blähen.

Aus nachwachsenden Rohstoffen:
Zu 75% aus nachwachsenden Rohstoffen.
Keine gesundheits- und umweltgefährdenden Roh- und Zusatzstoffe.

Das „Österreichische Umweltzeichen“ ist ein Gütesiegel, welches das Lebensministerium bereits seit Jahrzehnte an besonders umweltfreundliche Produkte vergibt. Ausgezeichnet werden lediglich jene Produkte, die sowohl bei der Herstellung, als auch bei der Verwendung die geringsten Umweltauswirkungen haben.

G.P.H 100 % ÖKU geprüft

Wärmedämmprodukte aus Styropor, die den Richtlinien der GPH entsprechen, werden mit dem Gütesiegel „100 % ÖKU“ gekennzeichnet. 100 % ÖKU steht für ökologisch unbedenkliche Kunststoffe und die Einhaltung der aktuellsten nationalen wie europäischen Umweltanforderungen.

Sämtliche Styropor- bzw. EPS-Produkte (steinopor®, steinodur, etc.) von Steinbacher sind mit dem Gütesiegel 100% ÖKU gekennzeichnet.

 

ÜGPU geprüft - pure life

Zertifizierte Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PU), die das Umwelt-Qualitätszeichen pure life tragen, erfüllen die strengen Anforderungen in Bezug auf ihre Inhaltsstoffe und die Freisetzung flüchtiger Stoffe. PU Dämmstoffe die das pure life Umweltzeichen tragen, sind garantiert emissionsarm.