GPH informiert: Thermische Sanierung (April 09)

„Investieren mit Gewinn“ - unter diesem Motto steht die heutige Fach­veranstaltung im Wiener Palais Eschenbach, bei der hochkarätige Experten facettenreich die Nachhaltigkeit des Investments „Thermische Gebäude­sanierung“ beleuchten.    
 
„Die Thermische Sanierung ist eine tripple win Situation, denn sie ist einer der wichtigsten Impulsgeber für die ins Stottern geratene Konjunktur, sie trägt mit dazu bei, dass Österreich unabhängiger von ausländischen Energielieferanten wird und schont durch geringeren CO2-Ausstoß nicht nur die Umwelt, sondern auch das Geldbörsel der Steuerzahler“ bringt es Mag. Roland Hebbel von der Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum (GPH) auf den Punkt. Er begrüßt das von der Bundesregierung vergangene Woche präsentierte Konjunkturpaket II, bei dem ab Mitte April Häuselbauer auf eine Direktförderung zugreifen können, wenn sie ihre Häuser mittels Energie-Ausweis thermisch sanieren möchten. Direktzuschüsse sind einer vom Linzer market-Institut erhobenen Untersuchung zufolge jene Förderungen, die von den Österreichern am liebsten in Anspruch genommen werden. „In diesem Sinne hoffen wir,“ so Hebbel weiter, „dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung durch die Endverbraucher rasch aufgenommen und umgesetzt wird. Ein Benchmarking mittels Energieausweis wird dabei als sinnvolle Qualitätssicherung dienen und auch zu einer klaren Nachvollziehbarkeit für den Endverbraucher beitragen.“
 
Nicht-Verbrauch von Energie – die wichtigste Energiequelle der Gegenwart
Österreich benötigt rund 40 Prozent der gesamten Energie allein zur Raumheizung und Warmwasseraufbereitung. Der Gasstreit hat es leider eindrucksvoll gezeigt: Die Absicherung der Versorgungssicherheit ist eine der wichtigsten energiepolitischen Zielsetzungen. Nicht nur erneuerbare Energien und Gasspeicher sind gefragt. An vorderster Stelle rangiert hier die Verbesserung der Energieeffizienz - kurz der Nicht-Verbrauch von Energie. „Die wichtigste Energiequelle der Gegenwart ist jene, die man nicht braucht. Thermische Sanierung sind good investments, sie helfen der Wirtschaft, der Ökologie, der Gesellschaft und reduzieren die Energieabhängigkeit vom EU-Ausland. Runter mit dem Energieverbrauch, rein in erneuerbare Energien und Dezentralisierung der Energieversorgung sollte das Motto der Zukunft lauten. Die Thermische Sanierung nimmt hier eine Schlüsselstellung ein,“ so Mag. Roland Hebbel.
 
Sanierungsrate in Österreich noch stark ausbaufähig
Österreich hat in den vergangenen Jahren im Bereich der thermischen Sanierung schon einiges unternommen, dennoch liegt die jährliche Sanierungsrate immer noch bei rund ein Prozent. Schuld daran sind Hemmschuhe, die beseitigt und Anreize die noch geschaffen werden müssen. Hebbel regt in diesem Zusammenhang die Verpflichtung zur thermischen Sanierung an: „und zwar dort, wo das technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist. Auf diese Weise würde die Sanierungsrate von Häusern, die zwischen 1945 und 1990 errichtet wurden, auf drei Prozent ansteigen.“ Rein technisch betrachtet könnten so in den kommenden 15 bis 20 Jahren zwei Drittel der Energie eingespart werden, die heute in Altwohnungen pro Quadratmeter noch benötigt werden.
 
Reformierung der Wohnbauförderung dringend notwendig
Der Rechnungshof kritisierte bereits im Vorjahr, dass von den Wohnbauförderungsmitteln nur 350 Mio. Euro für die thermische Sanierung von schlecht gedämmten Gebäuden verwendet würden. „Die Wohnbauförderung ist ein hocheffizientes Instrument. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre es ratsam, das System der Sanierungsförderung österreichweit zu standardisieren. Nur eine einfache, für den Endverbraucher nachvollziehbare Regelung, kann wirksamen Anreiz für private Initiativen bieten,“ meint Hebbel.
 
Stimulierende Rahmenbedingungen und steuerliche Absetzmöglichkeiten fehlen
Für eine reibungslose thermische Sanierung im Wohnungseigentums- und Mietrechtsbereich fehlen leider immer noch die stimulierenden rechtlichen Rahmenbedingungen. So zum Beispiel können Wohnanlagen nur thermisch saniert werden, wenn alle Eigentümer zustimmen oder Quadratmeter-Obergrenzen machen bei Förderungen eine thermische Sanierung unattraktiv. Roland Hebbel: „Es müssen für die Hauseigentümer und Wohnungsbesitzer Anreize geboten werden, damit sich die thermische Sanierung unterm Strich rechnet. Daher sollten die von den Hausbesitzern zu finanzierenden Investitionen, die nach Abzug der Förderungen zu Buche stehen, durch steuerliche Absetzmöglichkeiten zusätzlich angeregt werden.“
 
Keine Sanierungsoffensive ohne Kommunikationsoffensive
Einen abschließenden Appell richtet Hebbel an die Politik: „Die öffentliche Hand ist aufgerufen, eine umfassende Kommunikations- und Informationsoffensive zur thermischen Sanierung in die Wege zu leiten. Es gilt vor allem die Verbreiterung der Wissensbasis und das Verständnis für Energieeffizienz zu stärken. Nur durch eine umfassende Kommunikationsoffensive wird es gelingen eine Sanierungsoffensive auch in der breiten Öffentlichkeit in Gang zu bringen.
 

 

© Steinbacher Dämmstoffe '08